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Sonntag, 22. Januar 2012

"Unsuitable for small people"

Das ich ein großer Roald Dahl Fan bin, hab ich glaube ich schon einige Male durchblicken lassen. Ihren Ursprung hat diese Bewunderung meinerseits nicht etwa in meiner Kindheit (Bis zu Charlie und die Schokoladenfabrik hatte ich von Roald Dahl noch nie was gehört), sondern in Spanien. Da hat mir nämlich während eines Auslandssemesters eine Freundin aus Australien seine Gedichte vorgelesen. Zu Weihnachten erreichte mich nun ein Päckchen aus Australien mit dem Vermerk "Wish i could be there to read it to you".

Der Inhalt bestand aus zwei Büchern und einem genialen selbstgemalten (und geklebten) Bild. (Neben Roald Dahl bin ich übrigens auch Aladdin Fan... Irgendwie hab ich es damit geschafft, als Tiger in den Palast aufgenommen zu werden.)



Bei dem einen der Bücher handelt es sich um "Rhyme Stew" von Roald Dahl, aus dem ich euch ganz kurz ein bisschen beheitern wollte. Vorsicht, die Gedichte in diesem Buch sind aber laut Cover "Unsuitable for small people". Speziell seine Märchengedichte habens in sich. Roald Dahls Gedichte hab ich schon ein paar mal verlinkt, aber ich machs gern nochmal! Viel Spaß damit. (Ich poste hier aber nur kleine Teile der Gedichte, die sind nämlich fast alle ziemlich lang.)
Aus "Aladdin and the Magic Lamp"
Aladdin said, "What if I meet
Some brute that thinks I´m good to eat?
A Gorgon or a hippogriff?
A Doodlewhang, a Boodlesniff?
There´s lots of dangerous things around
In murky caverns underground!"
Jock whispered leecherous and low,
"Now if you really want to know,
The only dangerous things down there
are dancing girls with bottoms bare.
I think you might enjoy a fling
with some curvaceous little thing."
Aladdin yelled "That´s what I crave!"
And shot into the giant cave.


Aus "The Emperor´s New Clothes


They stopped. They gasped. There stood the King
as naked as a piece of string,
As naked as a popinjay,
with not a fig-leaf in the way.
Some ladies blushed and hid their eyes
And uttered little plaintive cries.
But some, it seemed, enjoyed the pleasures
of looking at the royal treasures.
A brazen wench cried, "Oh my hat!
Hey girls, just take a look at that!"
The Queen, who´d seen it all before,
made swiftly for the nearest door.

Jedem, der gerne freche Gedichte/Kinderbücher mag, empfehle ich dringend dieses Buch:

Ps: Rhia, if you´re reading this: THANK YOU SO MUCH!!! You´re the best! (And I´m sorry I only have my crappy mobile phone camera to take pictures, the drawing is awesome!)

Dienstag, 23. August 2011

8.) Listen-Nr. 35: Charlie und die Schokoladenfabrik, 1981


 Mein Lieblingszitat: "Ihr beide dürft jeder einen Knopf drücken", sagte Herr Wonka. Aber beeilt euch ein bisschen! In jedem Raum wird etwas köstliches und einmaliges fabriziert." Charlie las die Schildchen neben einigen Knöpfen.
KANDIS-ZUCKER-BERGWERK - 3000 Meter tief
KOKOSNUSS-EIS-SCHLITTSCHUHBAHN
TOFFEE-BÄUME,die man in seinem eigenen Garten anpflanzen kann 
LEUCHT LUTSCHER, die man im Bett im Dunkeln isst
ZUNGENLEIM für geschwätzige Eltern
WEDEL-BONBONS; die vor Vergnügen in deinem Bauch wedeln, wenn du sie geschluckt hast
UNSICHTBARE SCHOKOLADE, die man in der Schul-Klasse essen kann
LIMONADE FÜR SCHWIMMBECKEN
REGENBOGEN-DROPS - wenn man sie lutscht, kann man in sechs verschiedenen Farben spucken...
"Entschließt euch endlich!", rief Herr Wonka. Wir können nicht den ganzen Tag hier warten!"

Zur Story:
Ich habe Charlie und die Schokoladenfabrik auf einer vierstündigen Zugfahrt gelesen. Kurz nach der Abfahrt und noch ca. eine Stunde vor dem nächsten Umsteigen hatte ich bereits einen derartigen Heißhunger auf Schokolade, dass ich fast einfach ausgestiegen wäre, um mir im Bahnhof Süßigkeiten zu kaufen! War mir in dem Moment völlig egal, dass der nächste Zug erst zwei Stunden später kam. Dankenswerterweise hab ich aber in meiner Tasche doch noch ein Bonbon gefunden, das mich erfolgreich bis nach Wuppertal gebracht hat. Ähnlich viel Glück hat der kleine Charlie, denn bevor er eins der fünf begehrten goldenen Tickets findet, ist er kurz vorm verhungern. Seine Familie ist so bitterarm, dass sie Charlie zum Geburtstag immer nur ein Geschenk geben können: Eine Tafel Schokolade. Diese kleine Tafel teilt sich Charlie dann so ein, dass sie einen ganzen Monat reicht. Als dann aber die Meldung die Runde macht, dass Willie Wonka seine Fabrik für fünf Kinder aufmacht, so sie denn eine goldene Karte finden, wird er ganz aufgeregt. Am Ende hat er tatsächlich ganz viel Glück und als einzig nettes Kind in einem Haufen kleiner Rotzblagen bekommt er eine große Überraschung.

Meine Meinung:
Dies ist ja jetzt nach Matilda mein zweites Buch von Roald Dahl. Im Gegensatz zu Matilda hatte ich aber hier den Film gesehen, bevor ich das Buch gelesen habe und ich muss sagen, der Film hat ganze Arbeit geleistet! Er hat alle Szenen genau so umgesetzt, wie sie von Dahl beschrieben wurden und noch einige herrlich verschrobene Szenen hinzugefügt, in denen Johnny Depp als Willie Wonka absolut brilliert. Wobei ich mich dran erinnern kann, dass mir der Willie Wonka im Film als Kind immer ein bisschen Angst gemacht hat, während er im Buch nur ein bisschen verschroben ist. Beim Lesen bekommt man den Eindruck, dass Roald Dahl hier seine ganze überbordende, knallbunte Fantasie in einen riesengroßen Luftballon gepumpt und am Ende mit einer Nadel hineingepiekst hat. Beim Explodieren sind diese Fantasietropfen dann überall in die Geschichte geklatscht und haben sich gleichmäßig verteilt. Jede Seite ist ein Riesenspaß!

Roald geht wie gehabt nicht zimperlich mit den von ihm erschaffenen kleinen Monstern um. Alle Kinder außer Charlie erleben ihr blaues Wunder und zwar weil sie ganz einfach ätzende kleine Biester sind! Während also der fette kleine Augustus Glupsch beim Naschen in den Schokoladensee plumpst (hätte er mal lieber gehört und wäre bei der Gruppe geblieben!) und danach durch ein Rohr voller Schokolade wieder abgepumpt wird, hat der Leser Zeit, sich an den Liedern der Umpa Lumpa zu erfreuen. Diese kleinen Wesen, die als Arbeiter in der Schokoladenfabrik leben weil sie sich nur von Kakaobohnen ernähren, haben nämlich immer schon ein Gedicht zur Hand, wenn wieder ein Kind verschwindet. Da ich ja sowieso ein Riesen-Fan von Dahls Gedichten bin, habe ich mich darauf natürlich immer am meisten gefreut. Doch Dahl, auch wenn er sich noch so schöne Strafen ausdenkt, ist doch am Ende immer auf der Seite der Kinder.
"Nun fragt ihr wohl: Ist das gerecht?
Ist denn Veruschka wirklich schlecht?
Sie ist doch so ein wilder Besen
nicht gleich von Anfang an gewesen!
Wer hat das Kind denn so verzogen
und so verwöhnt und so verbogen?
Wie kam Veruschka mit der Zeit
zu Eigensinn und Bockigkeit? -
Der Herr Papa, die Frau Mama
die waren gleich zu Anfang da
die ließen alles so geschehn! -
Dergleichen kann man öfter sehen.
Drum ist es richtig wenn die beiden
dasselbe wie Veruschka leiden!"
Darum werden sie auch Ratz Fatz wie Veruschka von den Eichhörnchen als "hohle Nüsse" in den Müllschlucker sortiert. Ist aber nur halb so schlimm, denn "Der Müllofen brennt nur jeden zweiten Tag. Vielleicht ist heute zufällig der Tag an dem er nicht angezündet wird." 

Fazit:
Auch diese Geschichte ist wieder ein herrlich bitterböses, kunterbuntes Kinderbuch zum Tränen lachen. Voller  Lektionen, was mit bösen kindern passiert, die einfach immer ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen. Sie verwandeln sich in Blaubeeren, ist doch klar! Also Kinder, immer schön artig sein. Und immer schön Roald Dahl lesen. Übrigens auch online gratis möglich und zwar hier. Viel Spaß dabei!
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