Posts mit dem Label thriller werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label thriller werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 2. Juli 2016

Top und Flop aktuell (Lieblingsautoren-Edition)

Schon länger habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, die aktuellen Romane von zwei meiner Lieblingsautorinnen zu lesen. Da die Werke von Nina Blazon und Ursula Poznanski fast alle zu meinen Favoriten gehören, wollte ich die neuen Bücher nicht so zwischen Tür und Angel lesen, sondern das mindestens mit einem freien Nachmittag beim Starbucks zelebrieren. Das lange Warten hat sich gelohnt - leider nur in einem Fall.

Top


Der Winter der schwarzen Rosen von Nina Blazon




"'Ich bin der Herzschlag des Herbstes', rezitierte ich die Eröffnungsformel. 'Ich bin das Verblühen, das Vergehen vor dem Werden. Ich bin der letzte Tanz des Sommers und der letzte Kuss auf goldenes Haar, bevor es winterweiß wird. Ich bin der letzte Gesang der Goldammer und der letzte Flügelschlag des Schmetterlings. Ich bin der Funke, der in euer Herz sinkt, um im Frühjahr neu geboren zu werden, und ich bin das letzte Lied, das bis zum Fühlingstag in uns nachklingen wird. Auf das letzte Licht!'"

Zur Story:

Liljan und Tajann sind so unterschiedlich, wie Schwestern nur sein können. Doch Tajann wird als Zweitgeborene für immer in der Angst ihrer Schwester gefangen sein, solange ihr Vater seine Erstgeborene nicht frei spricht. Um ihren eigenen Weg gehen und ihrer Liebe folgen zu können, beginnt Tajann ein gefährliches Spiel zu spielen. Sie ahnt nicht, dass sie damit nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt.

Warum Top?

Den Zauber, der von Nina Blazons (Fantasy-) Büchern ausgeht, habe ich hier schon einmal versucht, zu beschreiben. Faunblut, Ascheherz und ganz besonders Der dunkle Kuss der Sterne sind meine drei Lieblingsbücher von ihr, deswegen hat es mich sehr gefreut, dass Der Winter der schwarzen Rosen alle drei Welten miteinander verknüpft. Erinnerungen aus älteren Geschichten werden wieder lebendig und Liljan und Tajann sind mindestens genauso unvergessliche Charaktere wie Canda, Jade und Faun es waren. Wie immer bei Nina Blazon sind die Beziehungen der Figuren untereinander keineswegs unkompliziert. Sowohl die Liebesgeschichten als auch die (Hass-?)Liebe der Schwestern zueinander sind faszinierend tiefgründig und dadurch umso unvergesslicher. Die Figuren sind nicht schwarz oder weiss, sie sind menschlich, sie handeln auch mal schwach. Egoistisch. Und setzen damit die Liebe zu denen aufs Spiel, die ihnen am Meisten bedeuten.

"'So ist es, eine Familie zu verlieren?' dachte ich? 'Einfach so? (...) Noch fehlte mir Tajann nicht, noch haftete ihr Haarduft an meiner Wange. Abschiede schleichen sich langsam heran, das sollte ich bald erfahren: das allmähliche Ausbluten von Vertrautheit und das schmerzliche Aufblühen von Erinnerungen, die stets viel strahlender oder dunkler sind als die Wirklichkeit.'"
Und Nina Blazon weiss genau, wie die Menschen sind. Sie liebt sie dafür. Und das spürt man auf jeder Seite dieses Romans.
"'Was ist das für eine Leidenschaft, dass ihr Menschen immer Grenzen überschreiten wollt, sobald ihr welche findet?' 'Das ... macht uns Menschen wohl aus", erwiderte ich leise. "Wenn wir tanzen, dann tanzen wir, bis unser Herz überquillt. Wenn wir lieben, dann so sehr, dass die Welt zu leuchten beginnt - und mit dem Hass ist es ebenso. Wir kosten alles bis zu Neige aus und wir geben uns mit Grenzen nicht zufrieden.'"
Das Buch ist wieder so wunderschön geschrieben, ich hätte noch seitenweise Zitate einbauen können. Allerdings muss ich sagen, dass ich Anfangs Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hineinzufinden und mir vor allem Liljan nicht so einfach zugänglich war. Nach etwa einem Fünftel nimmt das Ganze aber an Fahrt auf und die Schwestern, deren Schicksale immer im Wechsel aus ihrer eigenen Sicht beschrieben werden, sind mir ans Herz gewachsen. Auch ein paar andere Charaktere stechen heraus und das ganze endet in einem solch furiosen Finale, dass ich die letzte Seite kaum erwarten konnte -  um das Ganze dann noch mal von vorne zu lesen, wenn ich mal wieder einen Nachmittag beim Starbucks einlegen kann...

"Dein Mädchen hatte keine Ahnung wen sie gehen ließ. Auch mit dir kann man Reiche stürzen und neue erbauen.' Ich meine das aus ganzem Herzen. Er kontert mit einem rauen Lachen. 'Noch spielen wir auf Risiko, Jägermädchen', sagt er spöttisch. 'Also heb dir deine sülzigen Reden für später auf.' Damit spuckt er aus und geht.

Flop


Layers von Ursula Poznanski




"Als Erstes schluckte Dorian die Tablette, dann zog er sich langsam aus. Alle seine Instinkte schlugen Alarm. Das alles hier war viel zu gut, um harmlos zu sein. Keine Sekunde lang glaubte er, dass irgendjemand aus reiner Menschenliebe junge Leute von der Straße holte, um sie in seiner Villa auf Fünf-Sterne-Niveau einzuquartieren. Schon gar nicht, wenn man annahm, dass sie gerade jemanden getötet hatten."
 

Zur Story:

Dorian ist von Zuhause abgehauen und schlägt sich nun auf der Straße durch - bis er eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht. Ein Fremder, der beobachtet haben will, wie Dorian den Mord begangen hat, bringt den Jungen in Sicherheit. Und nicht nur das - er bekommt in der Villa Essen, Kleidung, sogar Unterricht - und das alles nur dafür, dass er "Werbegeschenke" überbringt. Doch warum ist es ihm verboten zu erfahren, was die Pakete enthalten?

Warum Flop?

Fairerweise muss ich sagen, dass ein Flop von Ursula Poznanski natürlich immer noch Meilenweit von dem entfernt ist, was ich hier normalerweise als "Flop" präsentiere. Nichtsdestotrotz war ich schwer enttäuscht von dem Buch, das nicht nur üble Logikfehler aufweist, sondern mit Dorian auch eine Hauptfigur enthält, die leider einfach - man kann es nicht anders sagen - ein bisschen doof ist. Schade.

Dabei fängt alles so gut an. Ca. das erste Drittel habe ich verschlungen und hatte die fünf Sterne quasi im Geiste schon vergeben, leider geht es dann so ungefähr ab Seite 150 fürchterlich den Bach runter. Ich kann mir nicht erklären, was da passiert ist. Dem Verlag oder irgendeinem der Testleser hätte auffallen müssen, dass dieses Buch mit mindestens 50 Seiten weniger weitaus besser bedient gewesen wäre. Denn es gibt zig Stellen an denen Dorian nichts anderes tut, als im Kreis herumzulaufen und sich immer wieder die gleichen Fragen zu stellen - ohne allerdings eine Antwort zu finden oder AUS SEINEN FEHLERN ZU LERNEN. Man möchte den Jungen irgendwann schütteln für seine Deppertheit. Noch ärgerlicher ist es, dass in diesen Fragen auch immer seine "große Liebe" vorkommt - die er gefühlt seit fünf Minuten kennt, wegen der er sich aber regelmäßig in Lebensgefahr begibt. Macht weder emotional noch spannungstechnisch Sinn und das Ganze hat mich einfach geärgert.

Die Idee an sich ist, typisch Poznanski, eine pfiffige Weiterspinnung topaktueller Trends. In der Geschichte steckt wirklich ein Riiiiesen-Potential. Wäre es genutzt worden, hätte das vielleicht über die Eindimensionalität der Charaktere und die völlig blödsinnige "Auflösung" am Ende hinwegtrösten können. Zu Frau Poznanskis Ehrenrettung sei gesagt, dass der Roman eine Menge spannende Fragen aufwirft - Heiligt der Zweck die Mittel? Sollten die Mächtigen über ein Informationsmonopol  verfügen? Rechtfertigt das Schützen vieler Menschenleben die Gefährdung einzelner? Was ist Moral? - deren Behandlung der Geschichte viele Dimensionen hinzufügen hätte können - aber dann bräuchte man wohl noch einmal so viele Seiten. Vielleicht wollte sie da einfach an zu vielen Fronten gleichzeitig kämpfen. 

"Was er brauchte, war keine neue Stadt, sondern ein neues Ziel. Eine Perspektive. Er war gerade mal siebzehn und auf dem besten Weg, eine Karriere als Obdachloser einzuschlagen. Dabei hatte er vorgehabt, Anwalt zu werden. Seine Noten waren gut gewesen, verdammt noch mal, und unter normalen Umständen hätte er das Gymnasium niemals abgebrochen."

-äh, doch. Sorry Dorian. Mit dem Mangel an logischem Denkvermögen hätteste im Abi echt Probleme bekommen.



Montag, 13. April 2015

Endlich wieder eine gute Dystopie: Die Eleria-Trilogie

Ach, hi. Da arbeitet man mal nen bisschen mehr - und zack, steht der Block sechs Monate still. Als Ausgleich dafür endlich mal wieder eine richtig erfreuliche Trilogie nach den Enttäuschungen der letzten Jahre.

Ich bin ja schon seit Erebos ein großer Fan der Bücher von Ursula Poznanski, die nicht nur fantastische Jugend-Romane schreibt, sondern auch hochspannende, richtig schön blutige Erwachsenenthriller. Die Eleria-Trilogie, Frau Poznaskis bisher erste Trilogie, liegt irgendwo dazwischen.



Zur Story

Die Reihe besteht aus den drei Bänden 1. "Die Verratenen", 2. "Die Verdammten" und "Die Vernichteten". Wir befinden uns in einem postapokalyptischen Deutschland, in dem die Menschen sich in zwei Lager spalten. Diejenigen, deren Vorfahren das Glück hatten, sich vor dem Vulkanausbruch in die sogenannten "Sphären" (riesige Glaskuppeln) retten zu können, führen ein komfortables, vor Umwelteinflüssen geschütztes Leben. Alle anderen kämpfen in der eiskalten Wildnis ums nackte, primitive Überleben. Von einigen Sphärenbewohnern werden sie deshalb abfällig auch "Prims" genannt und es kommt immer öfter zu Kämpfen zwischen den beiden Lagern. Ria, eine der Elitestudentinnen der Sphären, hofft darauf, ihre einflussreiche Position einsetzen zu können, um das Verhältnis zwischen Prims und Sphärenbewohnern eines Tages zu verbessern. Doch dann bekommt sie durch einen Zufall mit, dass nicht nur sie selbst, sondern auch fünf andere vielversprechende Studenten von den Befehlshabern der Sphären getötet werden sollen - ihnen bleibt nichts anderes über, als Hals über Kopf in die Wildnis zu fliehen.

Stärken der Trilogie:


1. Manchmal täuscht der Klappentext!

Ehrlich gesagt finde ich es extrem schwer, den Inhalt der Bücher so zusammenzufassen, dass man Lust bekommt, sie dann auch zu lesen. (Noch dazu finde ich diese nichtssagenden schwarz-weiss Cover wirklich alles andere als gelungen!) Nachdem ich dann auch den Klappentext des ersten Bandes überflogen hatte, wäre das Buch wieder im Regal gelandet, wenn ich die Autorin nicht schon gekannt und als genial befunden hätte. So war ich trotzdem ziemlich skeptisch und habe auch tatsächlich abgewartet, bis die Bücher endlich mal in der Bibliothek zu haben waren. So geduldig bin ich normalerweise nicht. Nach dem ersten Band war es allerdings ein Glück, dass ich Band zwei und drei auch gleich mitgenommen hatte, denn ich habe für die gesamten knapp 1500 Seiten keine drei Tage gebraucht. Die Geschichte ist schlüssig, intelligent aufgebaut, hat eine starke Heldin, die trotzdem glaubwürdig bleibt und ist, wie eigentlich immer bei Ursula Poznanski, einfach sauspannend!

2. Behutsam aufgebaute Postapokalypse

"Der Automat, aus dem wir außerhalb der Essenszeiten Nahrung beziehen können, liest meine Salvatordaten aus und lässt mir die Wahl zwischen angereichertem Hummus und einem Proteinshake."

Die Sphären, in denen Ria aufgewachsen ist, sind technisch auf dem neuesten Stand und verbinden viele bekannte Elemente aus anderen Dystopien. Rias Welt ist eine Mischung aus der Brave New World von Aldous Huxley, in der Menschen in Reagenzgläsern gezeugt werden, der "Uglies"-Reihe von Scott Westerfeld, in der ihre Gesichter als Jugendliche zur Perfektion operiert werden und vielen anderen Welten, in denen Jugend Science-Fiction Fans eine Menge wieder erkennen werden. Das ist aber in Ordnung, denn Ursula Poznanski lässt diese Elemente nie in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken, sondern benutzt sie nur, um behutsam eine Welt entstehen zu lassen, der ein hoch intelligentes, mutiges und liebenswertes Mädchen wie Ria trotzdem noch glaubwürdig loyal gegenüber stehen kann.

 "Der Shake schmeckt wie Kleister über den jemand einen Apfel gerieben hat. Das Cafe Agora ist bis auf den letzten Platz besetzt. Es gibt nur wenige Orte in unserer Sphäre, wo man so sehr den Eindruck von Weite hat, wo man das Gefühl sich in den Eingeweiden eines riesigen Tiers zu befinden, beinahe vergisst."
3. Erfrischende Elite ohne Superkräfte

Ich habe in letzter Zeit wirklich zu viele Bücher gelesen, in denen die Helden völlig unnachvollziehbar auf einmal herausfinden, dass sie eigentlich so gut wie alles können. (Auch wenn sie vorher realistisch gesehen ziemlich dumpfbackig durch die Gegend gegurkt sind - plötzlich können sie dann nicht nur kämpfen wie zu besten Zeiten in Sparta, sondern sie sind auch noch so unwiderstehlich charmant und einflussreich, dass Ihnen nicht nur Herzen sondern auch Gehirne kollektiv zufliegen.)

Hier ist das nicht so. Die - eigentlich ja recht naheliegende - Idee, Menschen in ihren angeborenen Begabungen speziell auszubilden und dann genau diese Talente durch rigoroses Training messerscharf herauszubilden, kam mir in diesem Jugend-Dystopie Kontext seltsamerweise fast revolutionär vor. So ist Ria dazu ausgebildet, ihre natürliche Empathie zu nutzen und in Gesichtern zu lesen, um die Menschen dann durch ihre angeborene Argumentationsstärke und die perfektionierte Beherrschung ihrer Mimik dazu zu bringen, auf ihren Rat zu hören. Zu den anderen Mitgliedern der fliehenden Sechsergruppe gehören:

  • Tycho, Spezialist darin, technische Details in Sekundenschnelle zu verstehen (und definitiv der Sidekick mit Lieblings-Charakterpotential),
  • Aurelio, der ehemals zukünftige Präsident der Sphären mit einem Talent Menschen Vertrauen einzuflößen
  • Tomma, die als Biologin alle Pflanzen zum Blühen bringen kann
  • Dantorian, der Künstler und Sänger
  • und.. äh.. dings. Der Medizinstudent. 
Ihr seht schon: Eine Kombination von Talenten, die entweder zu einem Lost-Abklatsch voller Klischees führen kann -  oder zu einer rasanten Flucht- und Entdeckungsjagd auf höchster Spannungsebene. Wobei ich zugeben muss, dass für Zweiteres schon einiges Talent vorhanden sein sollte - glücklicherweise ist Ursula Poznasnki genau die richtige dafür!


4. Eine starke Heldin, endlich mal.

Ria bildet sich zu keinem Zeitpunkt ein, in der perfekten Welt zu leben. Im Gegenteil, ihr Ziel ist es, eines Tages auch die Außenwelt wieder lebenswert zu machen, eine Verständigung zwischen Sphärenbewohnern und Prims zu schaffen und ihre Ausbildung zu nutzen um ihrem Land eine gute Anführerin zu werden, denn dafür ist sie trainiert. Nicht nur das, dazu ist sie extra im Genpool perfekt zusammengestellt und aufgezogen worden. Denn, im Gegensatz zu einfachen Handwerkern, ist die Elite des Landes nicht von Eltern gezeugt und dort aufgewachsen, sondern als "Vitro" im Reagenzglas entstanden und seit der Kindheit von ausgebildeten Erziehern trainiert worden.

Sie ist sich vollkommen bewusst, dass sie ihre Fähigkeiten sowohl der geschickten Genzusammenstellung als auch ihrem strikten Training verdankt und zeigt deshalb eine Aufgeklärtheit, die ich so oft in anderen Dystopien vermisse. Ria ist keine naive kleine Prinzessin, die durch Zufall zur Heldin wird, sondern ein starker Charakter, der die Gepflogenheiten ihrer Welt durchblickt und als Notwendigkeit erkennt.

"Keine Zeit für Träumereien. Ich binde das Haar zu einem Knoten, während ich fast automatisch vor dem Spiegel meine Übungen mache. Missbilligung. Verständnis. Vertrauen. Wertschätzung. Duldsamkeit fällt mir schwer, wie immer, und ich breche mitten in der Übung ab. Fixiere meinen Blick im Spiegel und frage mich, ob sich die Akadiemieleitung überlegt hat, auch an meinem Gesicht etwas zu ändern."

Auch die anderen Charaktere im Buch sind schlüssig aufgebaut, allerdings mit kleinen Ausnahmen eher Statisten, die keine besonderen Charakterentwicklungen erleben. Das hat mich aber nicht besonders gestört, denn der generelle Beziehungsaufbau ist trotzdem liebenswert und die Dialoge oft auch.

"Ich will euch nichts vormachen. Ich wäre erstaunt, wenn jemand von uns lebend ankommt. Wir alle vier - das wäre ein Wunder."
In Tychos Augen glitzert etwas Wildes. "Umso besser. Wunder stehen ganz oben auf meiner Liste unerledigter Dinge."

Wermutstropfen:


1. Etwas mehr Gefühl, Frau Poznanski!

Ich muss sagen, dass ich generell den Schreibstil der Autorin oft ein bisschen zu sachlich finde. Ihre Liebesbeziehungen werden in anderen Büchern immer nur angedeutet, aber hier stellt eine Dreiecksbeziehung einen der Haupterzählstränge (ja, das ist leider etwas klischeehaft, aber gut gelöst!). Ein wenig mehr Leidenschaft hätte der Erzählweise deshalb nicht geschadet. Genau wie ihre Heldin Eleria scheint sich Frau Poznanski vor zu viel Pathos zu scheuen, aber ein bisschen mehr davon hätte der Geschichte wirklich ganz gut getan. Man will ja schließlich auch mal heulen, wa?!

2. Der Hänger im 3. Band - was war da los?

Die ersten beiden Bände habe ich verschlungen, wobei ich den zweiten Band, vor allem zum Ende hin, sogar noch mal spannender fand als den ersten. Allerdings gab es dann in der Mitte des letzten Bandes (ich würde leider sogar sagen, im kompletten zweiten Drittel!) eine echt fiese Durststrecke, durch die ich mich teilweise durchkämpfen musste. Das hätte man deutlich knackiger machen können, zumal der dritte Band mit 528 Seiten fast 100 Seiten länger ist, als die ersten beiden.

Fazit:


Trotz der Wermutstropfen eine sehr gelungene Trilogie, die einfach Spaß macht! Über weite Strecken Spannung pur, mit leichten romantischen Anklängen und einer Welt, die endlich mal wieder nicht nur schwarz/weiss ist.



Samstag, 29. September 2012

Thriller-Herbst im Park. Oder: PLATSCH!

Es herbstet sehr. Ich hab grad ein freies Wochenende, dadurch dass ich am Donnerstag den ersten Entwurf für meine Masterarbeit abgegeben habe und nun bis zum Feedback am Dienstag gemütlich mit einem Buch im Park sitzen kann, kriege ich ausnahmsweise auch mal mit, was draußen für ein Wetter ist. Und es ist soooo schön. Hier in Rotterdam gibt es inmitten der ganzen ("Groß"-)Stadtdynamik mehrere Stadtparks, von denen ich "Het Park" am liebsten mag. Sehr liebevoll angelegt, mit ganz vielen Bänken, kleinen Flüssen, kleinen Brücken und ganz oft kann man Hochzeiten beobachten. Das perfekte Wochenende.

Und da ich letzte Woche im Second Hand Shop büchermäßig mal wieder zugeschlagen habe und dort wohl jemand gerade seine Karin Slaughter Thriller Sammlung entsorgt hat, befinde ich mich gerade lesemäßig ein wenig im Blutrausch. Die Slaughter Romane (die kann nicht wirklich Slaughter heissen, oder?!) sind ja schon nicht ganz ohne, was den Gruselfaktor angeht. Zum Abschalten vom Masterarbeitsstress sind die Bücher perfekt, sei sind nicht so kompliziert dass man viel nachdenken muss, man kann aber gut eintauchen und abschalten und alles um sich herum vergessen. Und wenn ich einmal völlig in der Handlung versunken bin, kriegt man mich da auch nicht mehr so schnell wieder raus. So passiert gestern:
Bei STRAHLENDEM Herbstsonnenschein kam ich an meiner Lieblingsbank an. Fünf Minuten später war ich schon mit Kinderärztin und Freizeitautopsie-Helferin Sara in einem dunklen Wald über eine Unebenheit im Boden gestolpert. Die Unebenheit stellte sich als eine Kiste heraus, in der ein Mädchen lebendig begraben worden war.

Abgesehen vom Gruselfaktor war es auch kalt in Saras Wald, deswegen ist mir gar nicht so aufgefallen, dass ich nach und nach den vorher abgelegten Pulli, die Jacke und irgendwann auch den Schal wieder angezogen habe, ich war einfach so drin in der Geschichte. Bis mir plötzlich ein riesengroßer Regentropfen voll auf die Stirn geklatscht ist! Als ich also tropfenbedingt nach 2 Stunden völliger Vertiefung (der Ursprung des vergrabenen Mädchens konnte inzwischen einer streng christlich abgeschottet lebenden Familie zugeordnet werden, die sich alle irgendwie komisch benehmen und von denen bis jetzt irgendwie jeder der Mörder sein kann - HA diese SPANNUNG!- ) zum ersten mal meine Umgebung wieder wahrnahm, hatte sich der vorige Besucheransturm im Park auf genau eine Person reduziert - mich! - und der Himmel sah ungefähr so aus:

Perfektes Wetter um im Park zu lesen... (via)

Tropfnass, Cafè, Heizung, heiße Schokolade mit Sahne, glückliche Mila, leicht gewellter Buchrücken.Määäääääääh. Ich konnte gar nicht so schnell auf mein Fahrrad springen da war ich schon klatschnass! Aber auch dafür liebe ich den Herbst: Diese kurzen, heftigen Regenschauer, die so schön gegen's Fenster prasseln und denen man mit einem Tee in der Hand und einem Buch auf dem Schoß vom Fensterrahmen aus zusehen kann - äh - wenn man sich denn auf einem Fensterrahmen befindet. Nunja. Der Sachverhalt gestaltete sich jedenfalls im weiteren Verlauf stichwortartig folgendermaßen:

So wäre denn dieser Tag perfekt zu Ende gegangen, wenn nicht die Lampe von unserem Fahrradkeller ausgefallen wäre. Ist ziemlich uncool, wenn man gerade einen blutrünstigen Thriller liest.

Ps: Das Buch von Karin Slaughter welches ich grad lese heißt übrigens "Faithless", auf deutsch "Gottlos". (Inhaltsangabe von Amazon, Klick aufs Bild führt zur Amazon Seite)

Es war ein grausamer Tod: Das Mädchen war lebendig begraben worden. Chief Jeffrey Tolliver ist geschockt. Wer konnte die junge Frau umgebracht haben? Bei der Obduktion entdeckt die Gerichtsmedizinerin Sara Linton, dass Abigail unvorstellbare Qualen ausgestanden haben muss. Ihr Mörder kennt offenbar keinerlei Skrupel. Die Ermittlungen führen Jeffrey und die Polizistin Lena Adams hinaus aufs Land zu Abigails Familie, die sehr fromm ist und in großer Abgeschiedenheit lebt. Die Familienmitglieder sind zwar verschlossen, wirken auf Jeffrey und Lena jedoch nicht wie fanatische Fundamentalisten. Der Tod Abigails scheint sie sehr mitzunehmen. Als alle Spuren im Nichts verlaufen, ist Jeffrey kurz davor zu verzweifeln, zumal seine Beziehung mit Sara zu scheitern droht. Und auch für Lena wird dieser Fall zu einer Feuerprobe. Denn in einer der Zeuginnen spiegelt sich ihr eigenes Elend in einer Weise, die sie kaum erträgt. Da verschwindet Rebecca, Abigails kleine Schwester …
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...