Samstag, 22. Februar 2014

Top des Monats: Wasser für Elefanten

Kaum zu fassen, aber das Lesehoch hält an. Auch im Februar habe ich schon ein halbes Dutzend Bücher gelesen. Wenn ich die jetzt auch noch zu allen eine Rezension schaffen würde - äh, naja, wir wollen den Blogger-Burnout mal nicht herbeibeschwören. Unglaublich bezaubernd ist mein Liebling im Februar: Water for Elephants.

Top des Monats: Water for Elephants von Sara Gruen (2006)

"Ladies-s-s-s-s-s-s-s and gentleman-n-n-n-n-n! Twen-n-n-n-n-n-ty-five minutes till the big show! Twen-n-n-n-n-n-ty-five minutes! More than enough time to avail yourselves of the amazing, the unbelievable, the ma-a-a-a-a-a-rvelous wonders we have gathered from all four courners of the earth and still find a good place in the big top!"

Jacob Jankowski ist 90. Oder 93. In seinem Alter kann man das nicht mehr so genau sagen. Jede Woche kommt ihn seine Familie im Altersheim besuchen - allerdings hat er fünf Kinder und jede Woche kommt ein anderes mit seiner Familie. Wenn er es endlich geschafft hat, sich zu erinnern, welches seiner Enkelkinder zu welchem Kind gehört, kommt schon wieder ein anderer Teil der Familie. Das Vergessen macht ihm Angst. Und es ärgert ihn, dass die Pflegerinnen im Altenheim ihn wie einen greisen Idioten behandeln - obwohl er doch gerade erst Mitte Zwanzig war und Tierarzt im Zirkus der "Benzini Brothers Most spectacular Show on Earth". Niemand kennt seine Vergangenheit, bis eines Tages ein Zirkus in die Stadt kommt und ein anderer Bewohner des Altenheims erzählt, er hätte damals das Wasser für die Elefanten getragen. Es kommt zu einem Eklat zwischen den beiden alten Männern und die Geschichte kommt ans Licht.

"My father used to take us down to the tracks to watch them unload. Gosh, that was something to see. And then the parade! And the smell of peanuts roasting -"
"And cracker Jack!"
"And candy apples, and Icecream, and lemonade!"
"And the sawdust! It would get into your nose!"
"I used to carry water for the elephants", says McGuinty.
I drop my fork and look up. He is positively dripping with self-satisfaction, just waiting for the girls to fawn over him.
"You did not", I say.
There is a beat of silence. (...)
"Listen pal", I say. "For decades I`ve heard old coots like you talk about carrying water for elephants and I`m telling you now, it never happened. (...) Do you have any idea how much an elephant drinks?"


The Big Top - Ein Ort zum Träumen.

Als vor einigen Jahren die Verfilmung dieses Buches herauskam, entschloss ich mich, mir das - trotz der zauberhaften Reese Witherspoon - nicht anzutun. Nicht nur, weil die Hauptrolle von Robert "Ich habe nur einen Gesichtsausdruck" Pattinson gespielt wird - sondern weil mir damals gesagt wurde, dass die Grausamkeit den Tieren gegenüber schwer zu ertragen sei. Das ist sie tatsächlich auch im Buch, denn das Leben im Zirkus ist hart. Tiere, die ihren Zweck nicht mehr erfüllen, werden ersetzt. Menschen übrigens auch. Es ist kein Platz für Zartbesaitete, denn das Geld ist immer knapp, das Leben immer am Limit - und die Show muss immer weitergehen. Gleichzeitig ist das Big Top, das große Zirkuszelt der 30er Jahre, ein magischer Ort. Ein Ort ungekannter Kuriositäten aus aller Herren Länder, unglaublicher Tiere, schillernder Kostüme, grandioser Artisten und dem alles durchziehenden Popcornduft. Ein Ort zum Träumen.

Hinter der Kulisse hören die Träume auf, das Leben hier ist zu gefährlich für Träume, zu gefährlich für Gefühle und es ist schwer herauszufinden, wem man vertrauen kann. Jacob Jankowski, der kurz vor seinem Abschluss an Tiermedizin an einer der prestigeträchstigsten Universitäten Amerikas steht, wird aus seinem heiteren Leben gerissen, als seine Eltern sterben und er die Studiengebühren nicht mehr bezahlen kann. Das Land befindet sich mitten in der Großen Depression und so ist er froh, Arbeit in einem Zirkus zu finden. Doch er begeht einen schweren Fehler - er verliebt sich in die Frau des gefährlichsten Mannes der ganzen Show.

Die Geschichte ist so intensiv, dass man die Sägespäne förmlich riechen kann. 

Das Buch ist ein Wirbel aus Formen, Farben und Gefühlen. Der Leser ist mitten in der Geschichte, leidet mit, erlebt atemlos eine großartige Show. Und wird zwischendurch unvermittelt immer wieder in den grauen Alltag im Altenheim geschmissen, dessen Trostlosigkeit die schillernde Zirkuswelt nur umso mehr hervorhebt.

Ich habe mich sofort und unwiderruflich in diese Welt verliebt. Gleichzeitig hat mich die Parallelgeschichte eines jungen Mannes, der sich plötzlich in einem alten, verlebten Körper widerfindet, zu Tränen gerührt und immer wieder zum Nachdenken gebracht. Denn es ist ja keine Seltenheit, dass alte Menschen behandelt werden wie Kinder. Plötzlich werden Entscheidungen für sie getroffen, die ihnen jegliche Handlungsfähigkeit absprechen. Die Geschichten, die sie zu erzählen haben, vergessen wir dabei. Am Eindrucksvollsten fand ich die Szene, in der Jacob von einer der netten Pflegerinnen eine Schüssel Obstsalat zugesteckt bekommt. Sie hat ihm ihren eigenen Nachtisch gegeben, weil der alte Mann sich immer wieder über den weichpürierten Fraß beschwert, den sie ihm im Pflegeheim als "Essen" vorsetzen.

"Now don`t tell anyone", she says, bustling in and sliding my dinner-table-cum-vanity over my lap. She sets down a paper napkin, plastic fork and a bowl of fruit that actually looks appetizing, with strawberries, melon and apple.
"I packed it for my break. I`m on a diet. Do you like fruit, Mr Jankowski?"
I would answer except that my hand is over my mouth and it`s trembling. Apple, for God`s sake.
She pats my other hand and leaves the room, discreetly ignoring my tears.
I slip a peace of apple into my mouth, savoring its juices. The buzzing fluorescent fixture above me casts a harsh light on my crooked fingers as they pluck pieces of fruit from the bowl. They look foreign to me. Surely they can´t be mine.

Fazit
Absolut lesenswert. Und die Geschichte regt dazu an, das Altern mit anderen Augen zu sehen.
 

Mittwoch, 12. Februar 2014

"Und das Lamm wird über uns kommen und sich wandeln in die große Hure": Flop des Monats Februar.

Und ist der Monat auch noch jung,
so war das Buch doch schon so dumm,
da komme ich nicht drumherum,
den Flop des Monats kundzutun.

Na wenigstens hat mich das Buch zu dieser poetischen Glanzleistung inspiriert - ansonsten habe ich wenig positives dazu zu sagen.

Flop des Monats: Das Werk der Teufelin von Andrea Schacht (2006)


Ein Bibliotheksfund, der mich durch sein Setting gereizt hat; die Geschichte spielt im Köln des 14. Jahrhunderts und ich hatte Lust auf ein bisschen Mittelalter und hatte mir etwas in die Richtung von Frank Schätzings Tod und Teufel erhofft. In den Amazon-Bewertungen liegen beide Bücher mit 4 Sternen gleich auf. Warum ist mir schleierhaft. Tod und Teufel ist zwar auch kein Buch, an das ich mich für immer und ewig erinnern werde, aber es ist um Welten besser geschrieben und wesentlich spannender zu lesen als Das Werk der Teufelin. Fairerweise war mir nicht bewusst, dass ich hier den zweiten Band einer Trilogie lese. Hätte ich den ersten Teil "Der dunkle Spiegel" gelesen, wären mir die Beginen eventuell nicht so vollkommen platt und stereotyp vorgekommen - wahrscheinlich aber doch.


So weiche in der Seichtheit deiner Geschichte nicht von der Plätte der Charaktere ab...

Der Inhalt der Geschichte ist eigentlich gar nicht so umkomplex, aber leider erschreckend seicht umgesetzt: Beim Brand einer Kirche stirbt ein einflussreicher Domherr, kurz nachdem er dem Benediktinerpater Ivo seine letzten Worte zuröchelt: "Sucht die Teufelin bei den Beginen". Kurz zuvor hatte eine der besagten Beginen, praktischerweise mit dem zweiten Gesicht gesegnet, die folgende Vision: "Sie wird Unheil über uns bringen. Und es wird Hagel und Feuer mit Blut vermischt kommen und niederfallen auf die Erde (...) Und das Lamm wird über uns kommen und sich wandeln in die große Hure, die auf dem scharlachroten Tier reitet." Die Vision ist eigentlich länger, dies ist aber die Essenz der Geschichte. Wir suchen nämlich nun auf 384 Seiten die große Hure. Und dies mit einer gewissen Dringlichkeit, denn bei der Beisetzung des Domherrs fällt auf, dass diesem ein entscheidender Teil seiner Anatomie fehlt - sollte dies die Teufelin zu verantworten haben?

Das "Ermittlerteam", wenn man denn so will - das es sich hier um einen Krimi handeln soll, habe ich erst herausgefunden, als ich eben die Beschreibung bei Amazon gesehen habe - besteht aus der scharfzüngigenbelesenen und spritzigen Begine Almut, die auch in grau noch fantastisch aussieht  (merke: auch fromme Frauen müssen das Zeug zu Traumfrauen haben, sonst können sie nicht zur Buchheldin der heutigen Zeit werden!) und dem ebenso scharfzüngigen und spritzigen Mönch Pater Ivo, der zufällig auch fantastisch aussieht und auch noch den gleichen Buchgeschmack aufweist wie Almut. Noch dazu ist der Pater unter seiner strengen Fassade ein Frauenversteher erster Güte und ganz freiwillig im Kloster scheint er auch nicht zu sein. Zwischen den beiden entspinnt sich nach und nach ein etwas befremdliches Techtelmechtel, das in keinster Weise zur Aufklärung der Geschichte beiträgt, aber der Autorin Gelegenheit bietet, jede Menge Zitate des Buches Jesus Sirach einzustreuen. Man soll sich wohl bewusst werden: Die Frau Schacht hat vorher recherchiert! Wie Amazon jedoch dazu kommt, die sich ergebenden Dialoge als "köstlich-witzig" zu bezeichnen, ist mir schleierhaft, aber in einem Konvent des 14. Jahrhunderts hat man wahrscheinlich nicht so hohe Ansprüche.

O Mist Maria

Während mich die Dialoge zwischen den Charakteren in ihrer ganzen hölzernen Zähigkeit einfach nur gelangweilt haben, habe ich mich über die Szenen, in denen Almut mit ihrer bronzenen Marienfigur Zwiesprache hält, richtig geärgert. Die Sprechweise ist nicht nur jenseits jeden erzählerischen Niveaus - sie ist auch total unpassend für die Zeit, in der die Geschichte spielt. Ich lasse das folgende Zitat für sich sprechen.

"O Mist Maria, das ist mir ja so entsetzlich unangenehm! Musste denn ausgerechnet Pater Ivo hier auftauchen und nach dem Jungen fragen? Was soll ich nur machen? Er wird sauer sein, wenn er herausfindet, dass ich ihn ausgerechnet zu Krudener gebracht habe. Andererseits - ich frage mich ob Pater Ivo wirklich so streng zu einem Novizen ist und ihn zum Ablegen der Gelübde zwingen würde. Gut, er kann sehr herrisch wirken, aber ich habe ihn auch schon sehr verständnisvoll erlebt."

Es geht noch seitenlang so weiter. Erinnert mich ein bisschen an ein Schulmädchen, das mit einem Gänseblümchen auf der Wiese sitzt und ein "Ja oder Nein"-Spiel spielt. Der Unterhaltungsfaktor ist ähnlich.

Das erstaunliche Kuriositätenkabinett der Andrea Schacht

Das Buch bietet eine ganz erstaunliche Ansammlung höchst bemerkenswerter Charaktere.

  • Da wäre die junge Begine Trine, die taubstumm ist, aber die Fähigkeit besitzt, Menschen durch Handauflegen zu heilen. Zufällig beherrschen alle Beginen im Konvent Gebärdensprache. Wie praktisch. 
  • Die Visionen der Begine Ringmundis wurden schon im oberen Teil erwähnt. Das aber eine junge Dame des 14. Jahrunderts mal eben voraussagen kann, wann und wie der Kölner Dom fertiggestellt wird finde ich gelinde erstaunlich muss ich sagen. 
  • Dann hätten wir noch die "maurische Hure"Aziza, die eine - Überaschung! - Hure ist. Außerdem ist sie Almuts Schwester. Dass sie sich von ihrem reichen Gönner aushalten lässt, macht der Begine aber überhaupt nichts aus, denn Aziza hat ihr Herz am rechten Fleck und Almut ist, trotz ihres, äh... eher konservativen Lebenswandels ja so tolerant! Außerdem ist Azizas Gönner sehr praktisch, wenn es darum geht, Bösewichte zu entsorgen. Ganz nach Zorro-Art zückt Aziza, sollte sie einen Bösewicht in die Finger bekommen, einen Dolch, um ihre Initialen zu hinterlassen. Anders als Zorro hinterlässt Aziza sie im Gesicht ihres Opfers. Macht ja nichts. 
  • Das Lamm. Das Lamm ist ein junges Mädchen, das kurz nach der oben erwähnten Prophezeiung im Beginenkonvent auftaucht. Man wird aus ihr nicht so richtig schlau, sie scheint aber in einem Kloster aufgewachsen zu sein, denn des nachts betet sie - laut und in falschem Latein. Leider hat sie die blöde Angewohnheit, den Menschen um sich herum böse Streiche zu spielen - also so richtig böse Streiche.
  • Die Hure. Damit die Prophezeiung vom Lamm und der Hure bloß nicht so einfach zu entschlüsseln ist, taucht ca. zeitgleich mit dem jungen Mädchen auch eine ehemalige Hure im Konvent auf, die vor ihrem früheren Leben geflohen ist und von nun an die Ruhe im Konvent sucht.
Mit voranschreitender Geschichte wird der Plot meiner Meinung nach nicht "dramatisch und temporeich" wie von Amazon angekündigt - sondern zunehmend blödsinniger. VORSICHT SPOILER!

Die Auflösung des Mordfalls (bitte nur weiterlesen, falls ihr kein Problem mit Spoilern habt):

Es stellt sich heraus, dass die "große Hure" nicht, wie von allen erwartet, die tatsächliche Hure ist, die gerade zu den Beginen gezogen ist. (Also die zweite Hure, nicht die erste. Im Köln des 14, Jahrhunderts war man scheinbar entweder Hure oder Nonne, dazwischen gibt es in diesem Buch nicht so viele Frauenrollen zu vergeben.) Sondern - Dramatik komm raus, du bist umzingelt! - die junge Nonne, die den Beginen einige Zeit zuvor "zugelaufen" ist.

Okay, dafür muss ich nochmal ausholen. Dieses junge Mädchen hat scheinbar einen psychischen Defekt, der sie zwischen gut und böse nicht unterscheiden lässt. Daher folgt sie nur ihren, wie Pater Ivo dezent feststellt, "tierischen Instinkten". Diese tierischen Instinkte treiben sie offenbar auch dazu, immer wenn es niemand merkt, aus der Stadt zu entwischen und sich vor der Stadtmauer von der davor lagernden Armee begatten zu lassen. Davon ist sie auch schwanger geworden - die Nonnen finden diesen Umstand gegen Ende des Buches heraus - aber weil sie ja als Nonne aufgewachsen ist, versteht sie gar nicht, dass es zwischen Babies und Sex einen Zusammenhang gibt. Den Unterschied zwischen Jungs und Männern versteht sie aber doch, denn als ein paar Jungs ihr zurufen, wie hübsch sie ist, ruft sie zurück, dass sie nur mit "echten Männern" etwas anfangen kann. Dieser sehr seltsame Mix aus Naivität und Abgebrühtheit erschließt sich mir nicht wirklich und ich habe die Vermutung, dass der "psychische Defekt" eher etwas mit unausgereifter Charakterüberlegung seitens der Autorin zu tun hat als mit einem in Wirklichkeit existierenden Krankheitsbild.

Das große "Finale" des Buches besteht darin, dass die Begine Almut dem jungen Mädchen auf einer ihrer Touren aus der Stadtmauer hinterherläuft, um sie zu schützen.

Folgendermaßen sieht es aus, als Almut den Ort des Handelns erreicht:

"Es war Angelika. Sie lag in den Armen eines bärtigen Mannes und trank aus einem Weinschlauch. Die drei Männer hatten ihre Helme abgelegt, neben dem Bärtigen lag die Armbrust, griffbereit aber nicht gespannt. Er hatte seine Hand unter Angelikas Gewand geschoben und war mit seiner Fummelei so beschäftigt, dass er die Ankömmlinge nicht bemerkte."

Das sind schon wirklich sehr tierische Triebe, die Angelika da haben muss, um sich so ungerührt auf offener Wiese von drei Männern befummeln zu lassen. Aber sei's drum, jedem das Seine.

Was dann passiert, hat das Niveau des Buches für mich aber tatsächlich unter Groschenromanheftchen fallen lassen. Denn nun wird Almut unter den höhnischen Blicken des Mädchens von einem ihrer Verehrer vergewaltigt. Diese Szene hat mich in ihrer Kaltschnäuzigkeit halb krank vor Ärger gemacht. Nicht nur dient diese Vergewaltigung keinem erkennbaren dramaturgischen Zweck, sondern ist auch noch so grausam schlecht geschrieben, dass sie jede wirkliche Vergewaltigung verhöhnt:

"Heia, noch ein Weib!" grölte er und stand auf.
"Und ein keusches obendrein!", johlte der Bärtige, ließ von seiner Gespielin ab und stand auf.
"Das werden wir schnell geändert haben!"
"Die will mich von euch wegholen", quietschte Angelika auf.
"Keine Sorge Täubchen, die wird uns den Spaß nicht verderben!"

Der Dialog, der wohl eher an Porno als an Vergewaltigungsszene erinnert, steht da tatsächlich haargenau so! Dann kommt das hier:

"Angelikas schadenfrohes Kreischen drang an ihr Ohr genauso wie das schnaufen des Bärtigen und die obszönen Kommentare des Fetten. (...) Es gab keinen Ausweg aus der Lage, in die sie durch ihre eigene Dummheit geraten war. Das sah sie ein. Besser, sie ließ über sich ergehen, was nun folgen würde, als sich weitere Verletzungen einzuhandeln. Mit einem Stoßgebet an Maria, die reine Jungfrau, bat sie, es möge schnell vorbei sein, Dann ließ sie sich völlig erschlaffen und gab jeden Widerstand auf. Es ging nicht schnell vorbei. Es war die Hölle und sie glaubte, der brennende Schmerz zwischen ihren Beinen würde kein Ende mehr nehmen. (...)"

Doch DANN. Wie vom Himmel geschickt, erscheint unser Held Pater Ivo, der den Schnaufenden von Almut herunterholt, und dann Almut eine STRAFPREDIGT hält. "Wie konntet ihr nur so schwachsinnig sein, Euch ohne jede Begleitung unter die Söldner zu begeben? Eine völlig verblödete, sabbernde Dreijährige hätte gewusst, was ihr da passiert! (...) Ihr seid eine Schande für eure Schwestern und eine Heimsuchung für eure Freunde!"
So ein sensibler Mann, der Pater.
Als aber dann "Almuts Augen überflossen" besinnt sich der Pater, nimmt Almut auf den Arm, trägt sie zu einem Heuhaufen (!) und "bettete sie vorsichtig ins das weiche Gras."

Nein diese Romantik, ich habe sie kaum ausgehalten! Pater Ivo ist immer noch ein Mönch übrigens, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Almut gerade VERGEWALTIGT wurde, um Himmels Willen!
Das fällt ihm dann auch auf. Und nachdem er davon fantasiert, wie er ihren Vergewaltiger langsam und stückchenweise umbringt (Pater Ivo. Mönch.) kommt er endlich auf die Idee, sie zu fragen, ob sie Schmerzen hat. Sie antwortet - Achtung! - "Es geht schon. Ich habe schon Schlimmeres erlebt."

Woah. Was?

"ICH HABE SCHON SCHLIMMERES ERLEBT"???

Für mich war das Buch da endgültig gelaufen, aber ich will euch ja nicht völlig im Dunkeln stehen lassen, also werde ich noch kurz auflösen, wer dem Domherr vom Anfang der Geschichte - ihr erinnert euch? Der im Feuer gestorben ist und wegen dem das Ganze Drama initiiert wurde - seinen... kleinen Domherrn abgeschnitten hatte.

"Und das Lamm wird über uns kommen und sich wandeln in die große Hure, die auf dem scharlachroten Tier reitet."

Es war Angelika.
Der Domherr war nämlich ein nicht so wirklich christlicher Mensch und verbrachte seine Zeit damit, Frauen zu vergewaltigen. Gerne auch mal die Nonnen in Angelikas Konvent. Auch Angelika, das Kind des Konvents.
Nun könnte man meinen, sie habe ihn deshalb umgebracht, aber nein. Es war ganz anders.
Höret und staunet, ich lasse das Lamm selbst sprechen.

"Was er sonst gemacht hat, das ging da nicht, denn dieses komische Ding zwischen seinen Beinen blieb ganz klein und schrumpelig. Er hat sich so darüber geärgert, dass er mich geschlagen hat. Na ja und dann hat er noch mehr getrunken und ist eingeschlafen. Und ich habe mich daran erinnert was Jesus gesagt hat: Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser wenn eines deiner Glieder verloren gehe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. Und weil er sich über dieses Glied so geärgert hat, habe ich seinen Dolch genommen und es ihm abgeschnitten und es aus dem Fenster geworfen."

"Alahu Akbar!" stöhnte Aziza (...) Almut hingegen blieb völlig stumm.



Mila auch.


Nee Moment... wahahaha, ich habe gerade erst die Zeile mit dem scharlachroten Tier verstanden, auf dem sie reitet.
Ohne Worte.


Samstag, 1. Februar 2014

Wie kommt Anne Hathaway dazu, die nervigste Prinzessin der Welt zu spielen?

Wenn es darum geht, welchen Film wir zusammen schauen, haben mein Freund und ich die Abmachung, dass wir im immer im Wechsel aussuchen dürfen. Was dazu führt, dass ich mittlerweile sämtliche James Bond Abenteuer, alle Starwars-Filme und jeden einzelnen Superhelden kenne, der es jemals ins Kino geschafft hat. Während es meinen Freund absolut nicht schockt, wenn ich den von ihm ausgesuchten Film gähnend langweilig oder wahlweise vollkommen bescheuert finde - "Ja klar. Der hält sich am FLUGZEUG fest!" - traue ich mich nur in den seltensten Fällen die romantischen Komödien auszusuchen, die kitschigen Sachen die den Feierabend so wundervoll unanstrengend machen. Nein, ich bin ja die coole Freundin! Beim letzten Mal habe ich American History X vorgeschlagen. Weißte Bescheid.

Und dann kam Gestern. Der Tag, an dem mich mir sämtliche Filmwahlrechte der nächsten Monate verwirkte mit dem Satz: "Ich hab grad das Buch durchgelesen und jetzt will ich den Film sehen. Wir gucken heute "Plötzlich Prinzessin!" Mein Freund lief schon grün an, als er das Cover sah.


Eine Millisekunde dachte ich noch, der Umstand, dass Anne Hathaway mitspielt könnte mich retten - bis sie das erste Mal im Bild erscheint.


Dabei kannte ich den Film schon. Als ich so ungefähr 13 war, fand ich ihn sogar ziemlich gut, glaube ich. Deswegen hatte ich mich auch schon auf das Buch gefreut: "The Princess Diaries" von Meg Cabott steht nämlich auch auf der 100-Bücher Liste und als ich es zufällig in der Bibliothek gesehen habe, kam es gleich mit nach Hause.

Zum Inhalt:
Ich bezweifle ernsthaft, dass irgendjemand den Inhalt des Buches nicht kennt, aber sei's drum: Es geht um die 14 jährige Mia Thermopolis, die nicht nur viel zu groß für ihr Alter und Geschlecht ist, sondern noch dazu unter nicht vorhandenen Brüsten leidet und ganz allgemein der typische Freak ist. Mit ihrer, aus einer Psychoanalysen-Famile stammenden, Freundin Lilly gehört Mia zu den Außenseitern in der Schule die nie jemandem auffallen, mit der Ausnahme von Schulschönheit und Klassenbiest Lana, die immer einen fiesen Spruch für Mia parat hat. Außerdem wäre da noch das kleine Problem, dass Mia droht in Mathe durchzufallen, ihre Mutter aber gleichzeitig ihren Mathelehrer dated und dass Mia total in Lanas Freund verknallt ist. Als wäre all dies nicht genug, bricht eines Tages das Chaos über Mia herein: Sie erfährt, dass ihr Vater nicht einfach nur der reiche Playboy it, für den sie ihn immer gehalten hat - sondern der Kronprinz von Genovia. Und Schwuppsdiwups steht schon die böse Großmutter auf der Matte, um Mia Prinzessinnenunterricht zu geben - denn weil ihr Vater keine Kinde mehr bekommen kann, muss Mia nun als Prinzessin Amelia dem Gemeinwohl des genovischen Volkes zur Verfügung stehen.

... Wenn ich's mir recht überlege - gut, dass der Film nicht dieses Cover hatte!

So ein süßes Buch...

Obwohl mir Mia stellenweise wirklich auf den Keks gegangen ist - mit der Jugendsprache in Mias Tagebuch ist die Autorin ein klein wenig übers Ziel hinausgeschossen, ich war irgendwann so weit, dass ich mir geschworen habe, das Buch zuzuklappen, wenn ich noch einmal den Satz "and I'm not even kidding" lesen muss - hat es mir doch viel Spaß gemacht. Erstmal wird sich wohl schwerlich ein Mädchen finden lassen, dass nicht mindestens eine winzige Schwäche für Cinderella Geschichten aufweist und zweitens ist die Geschichte wirklich witzig geschrieben. Auch wenn Mia für meinen Geschmack schon eine grenzwertig lange Leitung aufweist, ist Plötzlich Prinzessin eine liebenswerte Geschichte für einen unkomplizierten Lesenachmittag. Durch die Vorausschaubarkeit der Geschichte eher für jüngere Mädchen, aber trotzdem ein ganz süßes Buch.

.... und so ein peinlicher Film!

Okay, ich bin mir durchaus bewusst: ich bin nicht das Zielpublikum des Filmes. Das habe ich wohl so ungefähr um 10 Jahre verpasst. Trotzdem wäre ich wahrscheinlich bereit gewesen, dem Film einige Schwächen zu verzeihen, wenn nicht mein Freund - seinerseits definitiv nicht Zielpublikum des Films! - daneben gesessen hätte. Hat er aber, was mir die Peinlichkeit des Films schmerzhaft deutlich gemacht hat. Warum? Warum haben sie Mia so unglaublich dämlich gemacht? Während sie im Buch charmant paddelig daherkommt, ist sie im Film einfach nur unausstehlich. Es ist ja verständlich, wenn eine normale 14 jährige sich nicht detailliert mit der Weltgeschichte und der der marxistischen Politik auskennt (die sie im Buch lernen muss), aber man kann wohl erwarten, dass sie sich nicht verhält, als hätte sie noch nie in ihrem Leben etwas von Manieren gehört (was sie im Film aber tut). 

Jede einzelne der vollkommen überzogenen Szenen - Mia stopft das kostbare Geschenk ihrer Großmutter in ihren Rucksack und schüttelt wie das dümmste Kind auf Erden nochmal ordentlich nach/ Mia soll eine Rede halten, muss dann aber kotzen/ Mia knallt ihrer Lehrerin aus 10 cm Entfernung einen Baseball an den Kopf - kommt im Buch gar nicht vor oder ist so lächerlich übertrieben, dass die Autorin sich beim Anschauen der Verfilmung in Grund und Boden geschämt haben muss. Diese hier zum Beispiel:



Zieht man mal in Betracht, dass die 1982 geborene Anne Hathaway bei Erscheinen des Films fast 20 war (!) muss man sich doch ernsthaft fragen, wie sie dazu kommt, diese Rolle zu spielen. Die Frau hat einen OSCAR gewonnen! (nicht für diesen Film, offensichtlich.)

Fazit:
Für das Buch war ich eigentlich schon ein bisschen alt, hatte aber trotzdem meinen Spaß dran. Beim Film allerdings habe ich mich dermaßen fremdbeschämt, dass wir ihn mittendrin abgebrochen haben. Und auch wenn ich ja weiß, dass der Film für viel jüngere Zuschauer gemacht ist, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass ich als Kind so einen dämlichen Humor hatte. Oder doch?

Dienstag, 21. Januar 2014

Top und Flop im Januar

Eigentlich ist der Monat ja noch nicht zu Ende, aber da ich in den letzten drei Wochen so viele Bücher gelesen habe, wie im ganzen halben Jahr davor nicht (dafür aber dünnere und dümmere), habe ich einiges zu berichten. Dem Wintereinbruch sei Dank, denn bei zwei Stunden Metro und Tram fahren pro Tag liest man ja doch so einiges weg.

Vorher möchte ich mich noch kurz entschuldigen. Ich hatte versprochen schon letzte Woche die Gewinnerin der "Bücher, die man gelesen haben muss-Challenge" auszulosen, aber erst hat Blogger gezickt und dann war ich zu sehr mit Lesen beschäftigt. Dafür jetzt: Herzlichen Glückwunsch liebe Birthe! Du wirst in den nächsten Tagen von mir hören.

Kommen wir aber zum Thema dieses Posts. Und legen gleich los.

Top des Monats

Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater

"There are moments that you'll remember for the rest of your life and there are moments that you think you'll remember for the rest of your life, and it's not often they turn out to be the same moment."

Als ich im letzten Jahr auf vielen Blogs von diesem Buch gelesen habe, war ich erst etwas skeptisch bei den Beschreibungen über "Killerpferde, die aus dem Meer kommen". Basierend auf der keltischen Legende der Each Uisge (Wasserpferde - im Buch Capaill Uisce geschrieben und Kappl Ischke ausgesprochen) geht es um pferdeartige Meereskreaturen, die, wenn es einem Reiter gelingt, sie zu fangen und zu bändigen, wahnsinnig schnelle Reit-Tiere abgeben. Sobald sie jedoch das Meer riechen oder mit dem Wasser in Berührung kommen, ist der Reiter verloren, denn sie ziehen ihn mit ins Wasser und ertränken ihn dort. 

Maggie Stiefvater hat aus dieser mir noch nie besonders sympathischen Legende jedoch eine so zauberhafte, kraftvolle Geschichte gemacht, dass ich das Buch bestimmt nicht so schnell vergessen werde. Bei dem jährlichen Rennen auf der Insel Thisby geht es um Mut, Freiheit, Leichtsinn und eine Menge Preisgeld, was bei der hohen Arbeitslosigkeit kein geringer Ansporn ist. Doch die Capaill Uisce sind so schwer zu bändigen, dass schon während des Trainings die meisten Reiter verwundet oder getötet werden. Nur einer hat es bisher geschafft, das Rennen viermal in Folge zu gewinnen: Sean Kendrick, dessen eigener Vater durch ein Wasserpferd sein Leben gelassen hat. Doch erst als in diesem Jahr die störrische Puck sich zum Rennen anmeldet und einen Skandal auslöst, weil noch nie eine Frau teilgenommen hat, findet Sean Kendrick jemanden, der ihn versteht.

Fazit:
Das Buch ist, ohne das ich wirklich beschreiben kann warum, etwas ganz besonderes. Erstens ist die Geschichte wirklich außergewöhnlich, weil sie in ein realistisches Setting eine kleine, gut dosierte Prise Sagentum einwebt, nicht aber den Fehler macht, dieser Sage zu viel Gewicht zu verleihen. Zweitens sind mir die Hauptcharaktere sehr nahe gegangen, denn obwohl sie nur mit wenigen Worten beschrieben werden, sind Sie durch Ihre Gedanken und Handlungen unglaublich präsent. Und drittens hat die Geschichte eine Botschaft, die ich wirklich wichtig finde und die mit viel Geschick und Gefühl vermittelt wird.


Flop des Monats

The Lying Game von Sara Shepard

"Oh my God", I whispered. No wonder Emma didn't see me. No wonder I wasn't in the mirror. I wasn't really there. I was dead."

The Lying Game, von der gleichen Autorin die auch die "Pretty Little Liars" Serie geschrieben hat, ist ungefähr das genaue Gegenteil von "Rot wie das Meer"; der Plot ist Panne, der Geschichte fehlt jegliches Gefühl - von schreiberischem Geschick gar nicht erst zu reden - und die Charaktere sind durch die Bank absolut UNliebenswürdig. Obendrauf gibt es ein Paar dermaßen schwerwiegende Logikfehler, dass sich mir die Haare sträuben.

Die Geschichte wird aus der Sicht von zwei Mädchen geschrieben: dem unglücklichen, vernachlässigten Pflegekind Emma und ihrer verwöhnten, als Baby von einer reichen Familie adoptierten Zwillingsschwester Sutton. Die beiden kennen sich nicht und wussten nichts voneinander, bis Sutton eines Morgens aufwacht, sich sozusagen über sich selbst schwebend vorfindet und blitzschnell realisiert - weil sie langsam anfängt durchsichtig zu werden und keine Erinnerung an ihr Leben hat - dass sie tot ist und die Dame unter ihr wohl ihre Zwillingsschwester sein muss. Und schon hier mein erster Kritikpunkt: Warum ist Sutton noch da? Sie trägt nichts zur Geschichte bei und selbst wenn Sie denn mal eine schwerwiegende Erkenntnis hätte, würde das nichts nutzen, da Emma von ihrer Anwesenheit ja keine Ahnung hat und Sutton ihr somit nicht helfen kann, den Mörder zu finden.

Jedenfalls kommt Emma über Umwege bei Suttons Familie an und wird von allen Freunden und Verwandten für ihre Zwillingsschwester gehalten. Da Emma von einem Streich ausgeht, spielt sie anfangs noch mit - nur um kurze Zeit später einen Brief zu entdecken, der ihr ankündigt, dass Sutton tot ist und für sie selbst das Gleiche auf dem Programm steht, wenn sie sich nicht weiter als Sutton ausgibt. Kurz versucht Sie, Suttons Eltern und sogar der Polizei die Wahrheit zu sagen - leider ist Sutton für Lügengeschichten bekannt und niemand glaubt ihr. Und dummerweise hat Emma gleich bei Ihrer Ankunft Ihre Reisetasche mit allen wichtigen Dokumenten neben einer Parkbank stehen gelassen und muss bei der Rückkehr von einer Party erkennen, dass wohl jemand die Tasche mitgenommen hat. Ach was. 

Mein Problem mit der Geschichte war nicht, dass ich die Idee nicht gut finde. Ich war schon immer ein Fan von "Das doppelte Lottchen"-Geschichten, diese hier war dann eben ein wenig morbide - mein Problem war, dass ich keine einzige der handelnden Personen auch nur ansatzweise sympathisch fand. Emma ist, wie der Vorfall mit der Reisetasche wohl zur Genüge belegt, nicht nur ein flach beschriebener Charakter, sondern auch einfach doof. Sutton selbst entspricht durch und durch dem typischen Biest amerikanischer Highschool-Stories. Von Gucci-Käufen bis zu heimlichen Party/Exzessen und widerlichem Verhalten ihren Mitschülern gegenüber wird kein Klischee ausgelassen. Nur das Sutton es mit ihren Streichen so weit getrieben hat, dass die Anzahl an potentiellen Mördern quasi alle Menschen einschließt, die irgendwann einmal irgendetwas mit ihr zu tun hatten. 

Die einzige Ausnahme sind ihre Eltern, die sich von ihr scheinbar alles gefallen lassen und auch noch klaglos all ihren Luxus finanzieren - dann aber nicht merken, dass ihre Tochter eigentlich ein anderes Mädchen ist. Mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist es wohl, dass man tagelang am Abendbrot-Tisch sitzt und nicht merkt, dass sich die Tochter an kein einziges Ereignis aus der Vergangenheit erinnern kann? In den paar Szenen im Buch mag das ja funktionieren, aber schon nach einer Stunde im realen Leben sollte wohl selbst der unkonzentrierteste Vater Verdacht schöpfen - vor allem der Vater von Sutton, der schon am ersten Tag bemerkt, dass seine "Tochter" eine Narbe am Kinn hat, die da vorher noch nicht war.

Fazit:
Sutton ist dermaßen unsympathisch, dass es mir am Ende eigentlich völlig egal war, wer sie ermordet hat. Ich habe die Geschichte durchgehalten, weil ich nicht wusste, dass "The Lying Game" eine Trilogie ist und mir erst am Ende aufgefallen ist, dass ich mich eigentlich noch durch zwei weitere Teile der Tragödie kämpfen müsste. Ausnahmslos alle Charaktere sind vollkommen eindimensional und der Plot weist einige grobe Schwächen auf. Nichtsdestotrotz hat mich die gruselige "Freundschaft" der vier Mädchen - die darauf zu beruhen scheint, dass Sutton sie die ganze Zeit quält und sie sich im Gegenzug ihre Anerkennung wünschen - auf eine unangenehme Art fasziniert, was wahrscheinlich von ungefähr dem gleichen Instinkt ausgelöst wurde, wie der, der den Menschen dazu bringt bei einem Unfall nicht wegzusehen. Warum das Buch ein solcher Bestseller geworden ist, ist mir schleierhaft. Die Geschichte kommt nicht ansatzweise an Mean Girls heran und Lindsey Lohan hätte Sutton selbst tot noch an die Wand gespielt. Das Gute an der Geschichte: sie liest sich leicht und flüssig und deshalb dankenswerterweise an einem Abend.


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