Sonntag, 22. Juli 2012

Ein Ring sie einzuschläfern?!

Erstmal möchte ich euch eine unglaubliche Entdeckung mitteilen, die mich völlig umgehauen hat. Ich weiss nicht, ob ihr das wusstest (oder ihr vielleicht sogar auch so jemand seid) aber es gibt anscheinend Menschen, die lesen ihr Lieblingsbuch auf Band, unterlegen das ganz kunstvoll mit Musik und stellen es dann für jeden frei zugänglich auf Youtube. Einfach nur weil sie möchten dass auch andere Menschen Zugang zu ihrer Lieblingsliteratur haben. Auf deutsch gibt es auch ganz viele selbst aufgenommene Hörbücher, einfach mal bei Youtube gucken. Hiermit ein riesengroßes Dankeschön an die Sprecher, ich weiss was für eine enorme Arbeit es ist, ein Hörbuch aufzunehmen. Das umsonst und für alle frei zugänglich zu tun, verdient wirklich Respekt!
Das alles habe ich im Zuge meiner Audiobook Recherche zu Lord of the Rings herausgefunden, von dem ich mir vorgenommen habe, dass es mein erstes Hörbuch wird. Gefunden habe ich die Version von Rob Inglis, in einem wundervollen Englisch, und unterlegt mit Musik. Ich bin total begeistert.

Nun zum Inhalt
Soooo. Ihr hattet mich ja schon vorgewarnt. "Sterbenslangweilig, schwieriger Einstieg, erste 200 Seiten nevtötend, 50 Seiten Beschreibung für einen Stein..". sowas in der Art.

Beginnen würde ich gerne mit dem absolut charmanten Geburtstag von Bilbo und Frodo, eine ganz zauberhafte Party war das, auch wenn ich über Frodos Alter gelinde erstaunt war (Elijah Wood nämlich, nur ein paar Jahre älter als ich, war vor 10 Jahren demnach ein wesentlich jüngerer Frodo als das Buch es beschreibt, aber wir sind ja nicht so.) Der Film hat hier auch alles sehr nah am Buch gehalten und ich hab mich über die zusätzlichen kleinen Szenen total gefreut, weil wer verlängert nicht gerne Szenen, die er  sowieso liebt?

Wisst ihr welchen Filmabschnitt ich nicht so toll fand? Die Reise durchs Auenland. Die dauert im Film ja ewig, und ständig wird sie auch noch von fiesen schwarzen Reitern unterbrochen, was sich folgendermaßen abspielt: Pferd kommt, Reiter schnüffelt, Frodo zittert, Pferd geht, Reiter kreischt. Und das ganze wiederholt sich. Im BUCH wiederholt sich die Szene nicht einmal, sondern gefühlte zehn mal. Wer verlängert schon gerne Szenen, die er eh doof findet?


"SCHNÜFF! Hm, Seltsam, von Mordor bis hier konnte ich sie noch riechen, aber HIER hört die Pfärte PLÖTZLICH auf! Naja, doof, dreh ich halt wieder um... Das war lustig, das mach ich jetzt noch ein paar mal!" Bild via

Tja und dann... latschen sie. Und latschen.
Beziehungsweise fangen sie erst an zu latschen, als Frodo denn dann endlich mal losgelaufen ist, vorher muss er nämlich noch sein Haus verkaufen, was zwar mit einigen humorvollen Kommentaren unterlegt ist, sich aber eeeeewig hinzieht. Nicht so ewig allerdings, wie dem geneigten Kinobesucher plötzlich im Buch die Zeit zwischen Bilbos Verschwinden und Frodos Aufbruch vorkommt. Als dann endlich mal die ganze Mordor Aufregung auch im Auenland ankommt - dieser Umbruch und die Bedrohung die von Mordor ausgehen werden im Buch übrigens sehr viel besser und eindrucksvoller beschrieben - ist Frodo nämlich schon 50 Jahre alt! Das nimmt man Elijah Wood nun wirklich nicht mehr ab. Gut dass der gleich losgestürmt ist. Und auch irgendwann ANGEKOMMEN ist.

Kinder, ich bin bei Teil 5 im Hörbuch, was bedeutet, ich bin jetzt irgendwo auf Seite 100 nach 5 Stunden zuhören. Es passiert NICHTS (außer oben beschriebener Widerholungsszene). Während das Hörbuch läuft hab ich hier aufgeräumt ein bisschen gebastelt und rumgewerkt und auf einmal gemerkt, dass ich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr aufpasse. Mein Gehirn hat irgendwann abgeschaltet, als sie im Bad in Frodos neuem Haus (warum müssen sie da überhaupt vorbei?!) Bilbos Lieblingslied singen (singen tun sie nämlich gerne, in jeder möglichen und unmöglichen Szene, hauptsache Seiten lange Strophen. Für alle Interessenten hier Bilbos Badelied:
Sing hey! for the bath at close of day
that washes the weary mud away!
A loon is he that will not sing:
O! Water Hot is a noble thing!

O! Sweet is the sound of falling rain,
and the brook that leaps from hill to plain;
but better than rain or rippling streams
is Water Hot that smokes and steams.

O! Water cold we may pour at need
down a thirsty throat and be glad indeed;
but better is Beer, if drink we lack,
and Water Hot poured down the back.

O! Water is fair that leaps on high
in a fountain white beneath the sky;
but never did fountain sound so sweet
as splashing Hot Water with my feet!

(Ihr seit aber keine Interessenten? Ich auch nicht. Pech für uns würd ich sagen.)

Jedenfalls hat sich das Hirn irgendwann wieder eingeschaltet als sie bei dem Typen auf der Farm angekommen sind, der mit dem Hund. Ich hab mir den Namen nicht gemerkt. Bei dem war der schwarze Reiter auch schon gewesen (Pferd kommt, Reiter zischt "Baaaaggiiiiins", Typ mit Hund sagt "Näää, hier nicht, verzieh dich. Und nicht über mein Feld, sonst setzt es was!", Pferd geht, Reiter kreischt.) Und dann kam lange bla und Gehirn schaltete sich wieder aus.

Und dann wieder an, da lagen drei kleine Hobbits (oder vier?) bewegungslos irgendwo rum und da war ein Geist glaub ich. Warum war der da? Wo kam der her? Keine Ahnung, der hatte eine große grüne Hand glaube ich. Kann aber auch nur das Bild im Hörbuch gewesen sein. Und dann wird der Geist verjagt, wahrscheinlich durch Gesang. Oder so. Und irgendwie hat Frodo vorher schon wieder den Ring aufgehabt, was ist so schwer an dem Satz "BENUTZ DEN RING NICHT" ?!

Also ehrlich gesagt hab ich das Gefühl, dass sie im Film schon ziemlich genau wussten, warum sie bestimmte Szenen auslassen. Die einzigen Szenen die bei mir bis jetzt hängen geblieben sind und die ich nicht schon aus dem Film kannte, ist das Abendessen mit den Elben. Das ist wirklich toll. Und wie gesagt haben mir die sich steigernden Anzeichen der dunklen Bedrohung wirklich gut gefallen, etwa wie man nahe des Auenlands jetzt viel mehr Elben sieht und allerhand Gestalten die in eine bestimmte Richtung ziehen. Der gemeine Hobbit kriegt natürlich davon nicht viel mit, aber als aufgeklärter Leser (bzw. Hörer) weiss man ja was so abgeht mit dem Auge.

Wie auch immer, ich hatte dann ein klärendes Telefongespräch mit meinem Liebsten, der sich gerade in den Ferien befindet:
Mila: "Sag mal, du hast doch den Herr der Ringe gelesen oder"?
Liebster: "Hab ich, war Hammer, warum?"
Mila: "Ich bin auf Seite 100. PASSIERT DA AUCH WAS?"
Liebster: "Achso. Ich weiss was du meinst, hast du am Anfang angefangen?"
Mila: "... Äh?!"
Liebster:" Hab ich mir schon gedacht. Mach den ersten Band mal zu und im letzten Drittel wieder auf. Den Rest der Trilogie kannst du dann so weglesen, Teil zwei und drei hab ich am Stück in zwei Tagen gelesen."

Hm. Hier kommt ihr ins Spiel. Irgendwelche Meinungen? Übereinstimmungen, Tips, Zweifel, Beschimpfungen? (Alle Tolkien Fanatiker wollen mich jetzt wahrscheinlich grillen.)
Eigentlich will ich jetzt nicht so viele Seiten überblättern, die müssen doch jetzt demnächst wohl irgendwann mal im Tänzelnden Pony ankommen und dann kommt doch ARAGORN!!! Und ich verpass ja nicht freiwillig eine Szene mit Aragorn, ich bin ja nicht blöd. Ratschäge, bitte!

Noch Fragen?! (Bild via)
Wisst ihr was aber trotz allem das Seltsame ist? Ich war diese Wochenende die ganze Zeit weg, auf einer Zeltparty und am Strand. Sauschön und total viele nette Leute, hat richtig viel Spaß gemacht. Und TROTZDEM war ich irgendwie die ganze Zeit geistig im Auenland. Es ist mir trotz aller Langatmigkeit nicht gelungen, mich auch nur für ein Wochenende vom Tolkienschen Zauber zu befreien. Wenn man einmal wieder drin ist, gibt es kein Entkommen. Mitgehangen, mitgefangen. Jetzt bin ich schon auf Seite 100, jetzt kriegen wir den Scheißring auch irgendwie nach Mordor
.

Kommentare:

  1. Meinungen? Also ich gehör zu den seltsamen Leuten, die den Anfang am meisten mochten. Okay, nicht das ganze "Über Pfeifenkraut"-Zeug und auch nicht unbedingt Bilbos Geburtstagsfeier, aber der Beginn der Reise war immer mein Lieblingsteil, also eigentlich alles im Alten Wald und auch das, was noch bis Bruchtal kommt. Hach ja.
    Ich weiß nicht genau, ob ich das jetzt immer noch so sehen würde (ist länger her, seit ich den HdR das letzte Mal gelesen habe), aber damals hat mir dieses Mittelerde-Sightseeing total gefallen. :-)

    Die Stelle, wo sich dein Gehirn abgeschaltet hat, muss dann wohl die gewesen sein, als die Hobbits in den Hügelgräberhöhen von einem Grabunhold angegriffen werden.

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  2. "Jetzt kriegen wir den Scheißring auch irgendwie nach Mordor" - Muhahahaha! =D Den ersten teil im Auenland fand ich, genau wie Neyascha, auch noch ganz gut, schön idyllisch und ein bisschen verzaubert und all diese schrulligen Hobbitses... hach. Und dann, ja dann kam die große Langeweilie und ließ mich gar nicht mehr los, mit einigen Ausnahmen. Ich erinnere mich dunkel, dass ich das zweite Buch tatsächlich etwas erträglicher fand, aber ist schon locker zehn Jahre her. Überspringen würde ich aber schon aus Prinzip nix. Weiterhin viel Durchhaltevermögen! :-)

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    1. Ooooh oh oh oh oh, da fällt mir beim Thema Hörbücher noch was ein, was dir vielleicht auch bei deiner 100-Bücher-Liste weiterhilft, zumindest bei den Klassikern. Ich musste für meine Magisterprüfung in Anglistik rund 60 Werke an Primärliteratur lesen (das Gleiche dann nochmal in Romanistik) und irgendwann wird man dabei schlicht wahnsinnig, also bin ich teilweise auf Hörbücher umgestiegen, gerade weil man nebenbei noch solche Dinge wie Putzen, Einkaufen,Essen, Rad- und Busfahren kann, also jede Sekunde des Alltags optimal genutzt. Guck doch mal auf http://librivox.org , da gibt es alle möglichen englischsprachigen Klassiker von Freiwilligen vertont als mp3 runterzuladen.

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  3. Ach, du bist ja noch ganz am Anfang. Da habe ich noch ganz motiviert gelesen (ok, die Lieder habe ich übersprungen...aber keine Sorge, es kommen wenn ich mich richtig erinnere, noch einige ;-))
    Eigentlich mochte ich die Bücher aber insgesamt ganz gerne. Nur der Schreibstil hat mich zu Tode gelangweilt. Warte mal ab, wie lange das noch dauert, bis DER Scheißring in Mordor ankommt *g*.
    Ich weiß gar nicht mehr wie genau es kam, aber ich habe bis etwa 100 Seiten vor Ende von Band 3 durchgehalten, obwohl ich bis dahin echt schon jeden Grashalm kannte - nicht nur vom Auenland sondern von ganz Mittelerde - und vor allem jeden verdammten Felsen von Mordor! Und dann hatte ich keinen Bock mehr. Hab das Ende überflogen, das Buch zu- und nie wieder aufgeschlagen - ist jetzt auch schon bestimmt 10 Jahre her.

    Klar, alle sagen HdR muss man mal gelesen haben, aber auch wenn mir 100 Seiten mehr oder weniger fehlen bzw. ich nur flüchtig drüber gelesen habe, muss ich sagen, dass ich meinen einen Versuch mehr als ausreichend finde, ja schon fast stolz bin, dass ich mich überhaupt da durchgewühlt habe, und absolut nicht das Bedürfnis habe, die Bücher in näherer Zukunft noch einmal zu lesen.

    Aber ich wünsche dir viel Spaß *g* (ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich hören erträglicher fände als lesen oder doch noch langweiliger...)

    Gruß

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  4. Ich glaub, ich hab drei- oder viermal angefangen, "Herr der Ringe" zu lesen und bin nie über die ersten hundert Seiten rausgekommen – ich verstehe, was du meinst! ;)

    Dass man sich den ersten Band fast komplett sparen kann, wurde mir auf mein Lamento über sooo viel Langeweil auch mehrfach glaubwürdig versichert (auch von echten Tolkien-Fans!). Aber irgendwie fand ich das auch doof …

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  5. Also ich hab im ersten Teil zwar vorn angefangen, aber dann - zugegebenermaßen - auch einiges übersprungen, was aber auch daran lag, dass ich den ersten Teil damals gerade im Kino gesehen hatte und daher quasi ziemlich genau wusste, was passiert. Vor lauter Ungeduld habe ich mir dann nach dem Kinobesuch die Bücher geschnappt und gelesen; wollte eigentlich gleich bei Teil 2 weitermachen, aber ich dachte mir dann, ich les einzelnes aus Teil 1 auch nochmal nach. Ich finds durchaus ok, im ersten Teil erst nach der Hälfte anzufangen - vor allem, wenn man ja eigentlich schon weiß, was vorher so passiert (und wer weiß das heutzutage nicht?!). Die ganzen Lieder mittendrin hab ich ebenfalls übersprungen, in allen 3 Teilen.
    Aber ab Teil 2 wirds dann wirklich ziemlich spannend. (Zumindest für mich damals, denn da kannte ich die gesamte Story ja noch nicht. Vielleicht würde ich das heute auch anders sehen, wo ich sowohl Buch als auch Film kenne.)

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  6. Wenn man sich zum ersten Mal auf die Geschichte stürzt, würde ich von einem Hörbuch schon mal abraten. Und nein, ich würde nicht sagen, dass man sich den ersten Teil sparen kann. Aber auf der anderen Seite würde ich auch jedem empfehlen die Landschaftsbeschreibungen und die historischen Verweise beim ersten Lesen nur querzulesen und bei der eigentlichen Handlung wieder einzusteigen. ;)

    Wenn man aber erst im letzten Drittel des ersten Bandes einsteigen würde, würde man doch zu viele schöne Szenen verpassen!

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  7. Haha genial :D Schon die Überschrift ist so genial, dass ich den Link sofort an meinen Bruder geschickt habe xD Der ist nämlich der Meinung, dass ich total gestört bin, weil ich Herr der Ringe auf Seite 1700 abgebrochen habe. Aber ich war der Meinung, dass ich mich nicht ständig mit langweiligem Rumgelatsche totschlagen muss.

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  8. Alos hör mal, wer Krieg und Freiden liest, wird sich doch nicht von 100 Seiten Auenland langweilen lassen! *g* Also ich habe von vorn angefangen, jedes Mal wieder, und würde natürlich auch dazu raten. Und ich fand es eigentlich ganz spannend, als man einmal unterwegs war. Und es gibt ja auch Unterschiede zum Film, die sich nicht nur im Alter der Leute bemessen, und die einem entgehen würden. ;)

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  9. Hihi. Also, mir ging es mit dem Buch ja ähnlich und gleichzeitig anders. Zunächst mal habe es vor den Filmen gelesen und verschlungen, weil ich wissen wollte, wie es weiterging. Genervt war ich bei diesem ersten Mal nur vom Ende, das sich zieht wie Kaugummi und das dann auch noch in so einen abstrusen Märchen-Stil verfällt, der für mich mal überhaupt nicht passte und sich auch doof las in einer längeren Geschichte.

    Dann habe ich es nochmal angefangen zu lesen, nachdem ich die Filme gesehen hatte, und bin irgendwo im zweiten Teil steckengeblieben. Der Anfang war auch da OK, nur die Mitte nicht. Und dann habe ich es ein drittes Mal versucht und bin wieder etwa an der selben Stelle hängengeblieben.

    Ich würde mich an deiner Stelle schon durch alles durchkämpfen, um der schönen Szenen willen, die man sonst verpassen würde - die Gedichte kann man ja überlesen (obwohl ich diese Stellen ja sogar recht gern mochte). Was mich zu Tipp 2 bringt: Ich würde es nicht als Hörbuch hören, sondern lesen. Dann kann man nämlich Stellen mal überfliegen. Sowas wie die Stellen, die ein befreundetes Teenie-Mädel mal so beschrieb: "Da wird seitenlang genau beschrieben, wie der Weg weiter verläuft, wo er alles dran vorbeigeht, welche Ortschaften da liegen und wie die Landschaft aussieht - und dann gehen sie genau in die andere Richtung." ;-)

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  10. Das Telefonat mit dem Liebsten in herrlich :D

    Und schön einen genauso großen Aragorn-Fan gefunden zu haben!!! :) Ich finde ih sooooo toll.

    Zum Buch/Hörbuch: Kenn ich nicht, hab ich abgebrochen, weil es mir auch zu langatmig war. Ich hab schon gesehen, dass du jetzt doch durchgehalten hast, aber ich glaube HdR gefällt mir nur als Film.

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  11. Irgendwie ist's bei mir ganz anders! Ich hab den ersten und den dritten Teil von HdR spannend genug gefunden, um ihn jeweils in einer Woche zu lesen... der zweite hat mich allerding geschafft. Der Teil, in dem Frodo und Sam durch die Sümpfe gurken... Mann!!! Wie wenn Tolkien einmal ein Kapitel geschrieben hat und es dann einfach reinkopiert hätte! Und das ist fast die Hälfte vom Buch!!! Dagegen sind die Szenen-Wiederholungen im ersten Teil ein Kindergarten :-)
    Mir sind definitv die Filme lieber - die sind meine Lieblingsbügelunterhaltung ;-)

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  12. Ich habe das Buch angefangen und erst ein halbes Jahr später weitergelesen. Ab da habe innerhalb weniger Tage den Rest durchgehabt. Ich finde, dass der Herr der Ringe, abgesehen von der Tatsache, dass es der erste richtige Fantasy-Roman ist eigentlich etwas überbewertet ist. Tolkien war ein ziemlicher Rassist. Das ist zwar auf seine Zeit zurückzuführen, aber er hat ja seine Einstellung auch nach dem zweiten Weltkrieg noch behalten, also ist er als ein sturer Rassist nach Südafrika ausgewandert (oder so ähnlich). Gegen Landschaftsbeschreibungen habe ich nichts, aber wenn ständig die Eigenschaften der verschiedenen Völker (was dann immer diesen unangenehmen, rassistischen Anklang hat) beschrieben werden, das stößt bei mir an. Es ist halt nicht so zeitgemäß. Normalerweise werde ich ja bei Fantasy nicht politisch, hier aber schon. Habtihr euch schon mal klargemacht, dass die Orks im Osten entweder das Deutschland des zweiten Weltkriegs oder möglicherweise das kommunistische Russland darstellen sollen? (da wäre dann auch wieder berechtigt, es als böse darzustellen, aber es ist irgendwie auch pauschalisierend) Und natürlich sind es die bösen schwarzen Menschen aus Harad, die auf Saurons Seite kämpfen.
    Da sind die vielen biblischen Motive noch erträglich, immerhin werden sie nicht so erträglich ausgestellt wie bei Narnia.

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    1. Den Vorwurf Tolkien sei rassitisch habe ich gerade zum allerersten Mal gehört, habe das aber gleich mal gegoogelt. Nach näherem Nachdenken stimme ich aber mit dem Autoren des unteren Artikels überein:

      "Was kann die Geschichte bzw. was könnnen sie Sagen & Mythen dafür, dass sie missbraucht werden? Tolkien verknüpfte die Heroisierung des Germanischen niemals mit Faschismus bzw. Rassenhass, wie sich in einigen seiner Briefe mehr als deutlich zeigt:

      "Es gibt keine Symbolik oder bewusste Allegorie in meiner Geschichte. (...) Zu fragen, ob die Orks Kommunisten sind, kommt mir ebenso sinnvoll vor, wie zu fragen, ob die Kommunisten Orks sind."

      Siehe hier: http://www.sphaerentor.com/tolkien/druckversion.php?id=47

      Im Fantasy ist es ja gerade der Reiz, dass verschiedene Völker ("Rassen" von mir aus) verschiedene Eigenschaften haben, die halt oft etwas stereotyp, aber deswegen doch nicht rassistisch im landläufigen Sinn sind. In dem Fall wären doch wohl auch kaum kleine, behaarte Hobbits als Helden der Geschichte hervorgegangen...

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    2. Immerhin gibt diese Sichtweise auf die Bücher auch einer ganzen Menge höchst amüsanter Artikel eine Bühne. (Wobei man aus Fantasy Büchern ja immer einiges rauslesen kann, wenn man sie nur in eine bestimmte Richtung interpretiert.)

      Wenn ich dann aber solche Grütze lesen muss wie diesen Artikel hier: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/kinderbuch-als-kinohit-der-hobbit-ist-voller-rassistischer-stereotypen_aid_868276.html

      ...dann frage ich mich doch ernsthaft, ob der Autor den Film überhaupt gesehen hat, geschweige denn das Buch gelesen.

      "Auch die Besetzung in den „Herr der Ringe“-Filmen hält die Wissenschaftlerin für bedenklich. Alle guten Charaktere wurden mit Schauspielern besetzt, die eindeutig einem westlichen Kulturkreis zugeordnet werden. Filmfreunde werden sich zum Beispiel noch an die sanfte und gutmütige Elbin „Galadriel“ erinnern, die im weißen Schimmergewand von der blonden Cate Blanchett verkörpert wurde."

      Die besagte "Wissenschaftlerin" hätte den Film vielleicht mal schauen sollen, dann wüssten Sie, dass es wohl keinen einzigen "Filmfreund" gibt, der Galadriel für sanft und gutmütig hält. Mannomann.

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